Neunkirchen/Saar
Kaum zu glauben, dass hier noch vor 30 Jahren mitten in der Stadt das Hüttenwerk ächzte, rumpelte und rußte und dabei mehreren Tausend Menschen Arbeit gab.
Vom Eisen geprägt
Heute kündet nur noch ein kleines Ensemble um zwei stehen gebliebene Denkmal-Hochöfen von der "Neunkircher Eisenzeit". Sogar der Saar-Reisende Goethe zeigte sich seinerzeit beeindruckt. Er mokierte sich über "das fürchterliche Sausen und Pfeifen des Windstroms, der, in das geschmolzene Erz wütend, die Ohren betäubt und die Sinne verwirrt". Anfang der 1980er Jahre war Schluss mit Sausen und Pfeifen, die 400-jährige Eisenzeit vorüber. Die Stadt machte einen radikalen Neuanfang, gestaltete ihre Stadtmitte vollkommen neu, setzte auf ein großes Einkaufszentrum, Gewerbeansiedlungen und attraktive Kultur- und Unterhaltungsangebote.
Das Erbe heute
Dazu gehören die Umwidmung des Alten Hüttenareals in einen Freizeit- und Gastronomietreff. Neben Kino und Gastronomie gibt es jede Menge Konzerte, Kabarett- und Lese-Events in der Gebläsehalle und in der „Stummschen Reithalle“ sowie hochkarätige Ausstellungen in der Städtischen Galerie und im Keramikmuseum KKM im KULT. Vom Hüttenareal aus führt der ausgeschilderte Hüttenweg durch ein parkähnliches Gelände zu den Relikten der Kohle- und Stahl-Ära.