Werner Schorr: Struktur und Raum. Malerei 1986 bis 2023
Die Städtische Galerie Neunkirchen rückt erstmals das malerische Schaffen des diplomierten Sportwissenschaftlers und Autodidakten Werner Schorr in den Mittelpunkt, obwohl dieser seit über 50 Jahren als freischaffender Maler tätig ist.
Seit den 1970er Jahren ist Werner Schorr saarlandweit bislang eher für seine bildhauerischen Arbeiten im Öffentlichen Raum bekannt. So schuf er u.a. das Bronze-Denkmal für „Eduard Senz“ am Neunkircher Hammergraben (1994), die Bronzegruppe für die Kreisbildungsstätte Ottweiler (1976), die Außenplastik und die Wandgestaltung für das Verwaltungsgebäude der AOK in Saarlouis (1988), sowie Kunst am Bau für das Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel (2018).
Die Städtische Galerie Neunkirchen rückt nun erstmals in der Ausstellung „Struktur und Raum“ das malerische Schaffen in den Mittelpunkt. Konzentriert auf die Malerei als solche, blieb diese der Öffentlichkeit bislang weitgehend verborgen. Die umfassende Werkschau, die Arbeiten von 1986 bis heute versammelt, zeichnet nun die erstaunliche malerische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nach. Zeugen die frühen Bilder der 1980er Jahre in ihrer expressiven Figuration noch von einer Zeit der „persönlichen Kämpfe“, öffnen dem Künstler die sogenannten „Brandbilder“ über die Zerstörung den Weg zur Abstraktion. Die „Aschebilder“ deuten in ihrer Bildanlage bereits die klare Form späterer Werke an. Charakteristisch für seine Malerei der letzten Jahre ist die gezielte Verbindung von Gegensätzen: Werner Schorr spielt mit Fläche und Raum, mit konvexen und konkaven Formen, mit Leichtigkeit und Schwere oder mit Nähe und Ferne, die sich plötzlich umzukehren scheinen. Feinste Farbverläufe erzeugen im Zusammenspiel mit dynamisch strukturierten, gerakelte Farbstreifen die malerische Illusion von fast greifbarer Plastizität und einer undefinierten, nicht fassbaren Räumlichkeit.